Vom Nähen und Zweifeln

Kennt ihr das: man sieht einen Schnitt und denkt „Der ist es!“. So war es bei mir und der Jacke „Carol“ aus der La Maison Victor 5/2017. Die Länge der Jacke gefiel mir auf Anhieb und eine Kapuze finde ich im Herbst auch immer gut, da ich absolut kein Schirm-Mensch bin und Schirme sowieso immer verliere. Lediglich die Taschen waren nicht so ganz meins. Wenn ein Kleidungsstück Taschen hat, benutze ich diese auch. Sei es für Schlüssel, Handy oder Kleingeld oder aber auch für die diversen Edelsteine die es bei uns im Kindergarten in großer Menge zu geben scheint. Die im Schnitt vorgesehenen aufgesetzten Taschen erschienen mir dafür eher ungünstig, also ließ ich sie direkt weg.

Als Außenstoff hatte ich einen Cordstoff vor Augen und wurde bei Stoff & Stil auch recht schnell fündig. Als Futter habe ich einen Viskosestoff in senfgelb und blau ausgesucht. Das Nähen ging recht schnell und einfach, wenn man davon absieht, dass Cord enorm flust und Viskose ziemlich flutschig ist. Aber mit einer Unmenge von Stecknadeln  ließen sich beide Stoff recht gut in den Griff bekommen. Die Ernüchterung kam bei der Anprobe – die Jacke saß… nennen wir es mal „geht so“. Von hinten finde ich sie okay, allerdings rutscht das Vorderteil immer hoch und steht etwas unvorteilhaft ab.

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Die Kapuze mochte ich anfänglich ganz gerne weil ich dreiteilige Kapuzen einfach netter finde als zweiteilige, aber insgesamt finde ich die Kapuze zu klein, sie passt so gerade eben über den Kopf und irgendwie fühle ich mich eingeengt wenn ich sie aufhabe.

 

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Und als ich dieses Werk aus stundenlanger Arbeit so sah, dachte ich mir: „Eine so „geht so“ sitzende Jacke hätte ich mir eigentlich für den Preis auch kaufen können.“ Bei selbst genähter Kleidung ist mein Anspruch immer höher als bei Kaufkleidung und viele Sachen, die ich bei gekaufter Kleidung einfach so hinnehme, stört mich bei selbst genähter Kleidung.

Mittlerweile bin ich mit der Jacke aber ganz zufrieden. Sie ist sicher nicht perfekt, aber ich mag die Kombination aus Cord und Viskose, aus dunkelblau und senfgelb. So eine Jacke hätte ich im Laden nicht bekommen.

Im Geschäft sah die Viskose übrigens eher orange aus und sollte eigentlich der September-Beitrag für die „12 colours of handmade fashion“ werden, aber als orange kriege ich diesen Stoff beim besten Willen nicht durch und somit wird diese Jacke das sehr verspätete Kleidungsstück für die Farbe gelb – bei der ich sicher war, dass ich dafür nichts nähen würde, weil gelb wirklich nicht meine Farbe ist.

Schnitt: Jacke „Carol“ aus La Maison Victor 5/2017
Stoff: Viskose und Cord von Stoff & Stil in Dortmund
Verlinkt mit: MeMadeMittwoch und 12ColoursOfHandmadeFashion

 

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2 Kommentare zu „Vom Nähen und Zweifeln

  1. Ist immer schade, wenn das Kleidungsstück hinterher nicht ganz den Vorstellungen entspricht und gerade in einer Jacke steckt auch viel Arbeit.
    Aber mit ein bißchen Abstand wird man meist gnädiger seinem Selbstgenähten gegenüber und manche Kleidungsstücke müssen auch erst eingetragen werden, bis man sich an sie gewöhnt.
    Mir gefällt deine Jacke jedenfalls sehr gut, auch die Stoffkombination finde ich sehr hübsch.
    LG von Susanne

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    1. Es freut mich, dass dir die Jacke gefällt! Das stimmt, irgendwann sieht man dann über die Fehler hinweg. Und mittlerweile trage ich die Jacke auch ganz gerne. Trotzdem „schmerzt“ eine Jacke die nicht ganz passt mehr als ein Shirt 🙂

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